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Rednerschulen und Zertifikate – sinnvoll oder nicht?

29. Aug.
11 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept.


Seit einigen Jahren beobachte ich eine Entwicklung in der Redner-Branche, die ich für sehr problematisch halte, weil sie es potenziellen Kunden zunehmend erschwert, Qualität zu erkennen. Ob Zertifikat oder sogenannte „Rednerschule“ – ein Zertifikat macht noch keinen guten Redner – genauso wenig wie KI eine gute, individuelle Rede schreibt. Ein Zertifikat kann eine Weiterbildung dokumentieren. Es ersetzt jedoch weder Erfahrung im Umgang mit Sprache und Rhetorik noch tiefe Menschenkenntnis – die Voraussetzungen für gutes Kommunikationshandwerk.


Doch welche Bedeutung hat zum Beispiel ein IHK-Zertifikat für freie Redner tatsächlich? Ist eine zertifizierte Ausbildung zum Redner ein Qualitätsmerkmal? Und worauf sollten Paare oder Angehörige achten, wenn sie einen Hochzeitsredner oder Trauerredner auswählen?

Was bescheinigt ein Zertifikat überhaupt?


Die Industrie- und Handelskammern beispielsweise, kurz IHK, bieten zahlreiche Weiterbildungen und Lehrgänge an. Wer einen entsprechenden Lehrgang erfolgreich absolviert, kann damit nachweisen, dass er sich mit bestimmten Inhalten auseinandergesetzt und die jeweiligen Anforderungen erfüllt hat. Das ist grundsätzlich positiv.


Ein IHK-Zertifikat kann also zeigen: Hier hat jemand Zeit in Weiterbildung investiert und sich mit einem bestimmten Themenbereich beschäftigt.


Aber genau hier liegt der entscheidende Punkt: Ein Zertifikat bescheinigt in erster Linie die Teilnahme beziehungsweise den erfolgreichen Abschluss einer Weiterbildung. Es ist kein allgemeines Gütesiegel dafür, dass jemand automatisch ein herausragender Redner ist. Denn Reden ist kein reines Theoriefach. Ein Anbieter sollte Menschen nicht suggerieren, dass praktisch jeder nach einem kurzen Lehrgang professioneller Redner werden kann. Aber genau das ist zunehmend der Fall. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, IHK-Zertifikate oder Weiterbildungen grundsätzlich schlechtzureden. Eine fundierte Weiterbildung kann eine wertvolle Ergänzung sein und durchaus zur professionellen Entwicklung eines Redners beitragen. Entscheidend ist vielmehr, was tatsächlich gelernt wurde, wie umfangreich und praxisorientiert die Ausbildung war und welche Kompetenzen jemand darüber hinaus bereits mitbringt. Der Beruf des freien Redners ist ein Handwerk. Und wie bei jedem Handwerk braucht es dafür Talent, Eignung, Übung, Erfahrung und echtes Können.


Ein guter Redner ist mehr als ein Zertifikat


Wer eine persönliche Rede für eine Hochzeit oder einen Abschied hält, arbeitet mit Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenssituationen.


Bei einer Trauerrede geht es um einen Menschen, dessen Leben erzählt und gewürdigt werden soll. Angehörige befinden sich häufig in einer emotionalen Ausnahmesituation. Es braucht Fingerspitzengefühl, Empathie und die Fähigkeit, zuzuhören – und aus vielen persönlichen Erinnerungen eine stimmige Geschichte zu entwickeln.


Bei einer Hochzeitsrede wiederum geht es um Persönlichkeit, Humor, Emotion und die individuelle Geschichte eines Paares. Eine gute Rede darf nicht wie eine Vorlage klingen. Sie muss zu den Menschen passen.


Dafür braucht es vor allem:


  • sprachliches Können

  • rhetorisches Geschick

  • aktives Zuhören

  • Empathie und Menschenkenntnis

  • Kreativität

  • Erfahrung

  • ein Gespür für Timing und Atmosphäre

  • die Fähigkeit, persönliche Geschichten authentisch zu erzählen

  • und nicht zuletzt die Fähigkeit, vor Menschen sicher und glaubwürdig aufzutreten


Keine dieser Eigenschaften entsteht automatisch durch ein Zertifikat.


Freier Redner: Ausbildung oder Erfahrung?


Die Frage „Braucht ein freier Redner eine Ausbildung?“ lässt sich deshalb nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten.


Eine gute und fundierte Ausbildung kann sinnvoll sein. Sie kann Grundlagen vermitteln, Unsicherheiten reduzieren und dabei helfen, das eigene Handwerk professioneller zu betreiben.

Aber hier muss man genauer hinschauen: Was ist eigentlich eine fundierte Ausbildung?


Ein 5-Tage-Crashkurs oder ein mehrwöchiger Online-Kurs kann einen Einstieg ermöglichen und theoretisches Wissen vermitteln. Doch kann ein solcher Kurzlehrgang tatsächlich die Grundlage dafür schaffen, Menschen in den emotionalsten Momenten ihres Lebens professionell mit Worten zu begleiten?


Das darf man durchaus kritisch hinterfragen. Insbesondere wenn manche dieser Anbieter damit werben, dass man "kein Talent, nur die richtige Haltung brauche." Genau hier wird es problematisch. Man würde nie sagen: Werde Schauspieler! Du brauchst kein Talent, nur die richtige Haltung. Werde Tischler! Du brauchst kein Talent, nur die richtige Haltung. Werde Schmuckdesigner! Du brauchst kein Talent, nur die richtige Haltung.

Werde Fußballprofi! Du brauchst kein Talent, nur die richtige Haltung.


Kann das funktionieren? Wahrscheinlich nicht. Die "richtige Haltung" würde hier nicht ausreichen. Fast jeder kann lesen und schreiben und hat vielleicht auch mal auf einer Hochzeit oder Beerdigung eine Rede gehalten. Aber bedeutet diese Tatsache, dass deswegen jeder das Zeug zum professionellen Redner hat? Nein.


Die Voraussetzung für professionelles Rednerhandwerk ist ein gewisses Talent für Sprache und Rhetorik und entsteht nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen. Sprachgefühl, Menschenkenntnis, Gesprächsführung und der sichere Umgang mit Emotionen entwickeln sich nicht allein durch das Durcharbeiten von Kursunterlagen oder das Bestehen eines abschließenden Tests. Und Talent ist und bleibt die Grundvoraussetzung, die ein guter Redner mit sich bringen sollte.


Ein Kurzlehrgang kann einen Einstieg bieten. Ein Zertifikat kann die Teilnahme dokumentieren.


Beides ist jedoch kein Ersatz für eine fundierte Ausbildung, intensive praktische Erfahrung und die kontinuierliche Entwicklung des eigenen Handwerks über Jahre hinweg. Auch die Tatsache, dass der ein oder andere die Trauerrede für Mutter, Vater, Onkel oder Tante im privaten Umfeld selbst gehalten hat, befähigt nicht zu diesem Beruf.


Viele gute Redner, die ich kenne, bringen dieses Handwerk bereits aus ihrer vorherigen beruflichen Laufbahn mit. Sie kommen beispielsweise aus dem Journalismus, der PR, der Kommunikationswissenschaft, der Germanistik, der Philosophie und sogar der Schauspielerei. Der tägliche und intensive Umgang mit Sprache, Texten, Kommunikation und anspruchsvollen Themen gehört für sie bereits seit Jahren zum beruflichen Alltag.


In solchen Fällen kann eine zusätzliche Ausbildung zum freien Redner durchaus sinnvoll sein. Sie muss dann nicht bei den Grundlagen des sprachlichen und rhetorischen Handwerks anfangen, sondern kann auf bereits vorhandenem sprachlichem, rhetorischem und kommunikativem Know-how aufbauen und dieses gezielt auf die besonderen Anforderungen von Hochzeits- und Trauerreden übertragen.


Genau darin liegt für mich der entscheidende Unterschied: Eine Weiterbildung sollte vorhandene Kompetenzen sinnvoll ergänzen und vertiefen – nicht innerhalb weniger Tage den Eindruck erwecken, dass damit ein komplettes professionelles Handwerk erlernt worden sei.


Rednerschulen: Wenn aus einem Beruf ein Hobby-Markt wird


Ein weiterer Aspekt, über den in der Branche meiner Meinung nach viel zu wenig gesprochen wird, sind die zahlreichen Rednerschulen und Ausbildungsangebote für freie Redner, die plötzlich überall entstehen. Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, Wissen weiterzugeben. Eine gute, fundierte Weiterbildung kann Nachwuchsrednern helfen, ihr Handwerk professionell weiterzuentwickeln.


Problematisch wird es dort, wo ein Kreislauf entsteht, der den Markt immer weiter aufbläht:


Zu wenig Aufträge → Rednerschule gründen → neue Redner ausbilden → noch mehr Redner auf dem Markt → noch weniger Aufträge für den einzelnen Redner.


Und damit ist das eigentliche Problem noch gar nicht beschrieben. Denn wenn jedes Jahr neue Menschen nach wenigen Tagen oder Wochen Ausbildung in den Markt drängen, steigt nicht nur die Zahl der Anbieter. Es steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen als freie Redner auftreten, die das notwendige sprachliche, rhetorische und menschliche Handwerk noch gar nicht ausreichend beherrschen.


Das Ergebnis kann eine Abwärtsspirale sein: Mehr Redner, mehr Standardisierung, mehr austauschbare Reden – und gleichzeitig weniger echte Professionalität. Diese Entwicklung schadet dem Ruf der Rednerbranche enorm.


Viele dieser neu zertifizierten Redner werden den Beruf möglicherweise nie dauerhaft und professionell ausüben. Manche erhalten nur wenige Aufträge, andere betreiben das Rednersein irgendwann nebenberuflich oder als Hobby.


Das wäre bei vielen anderen Tätigkeiten vielleicht unproblematisch. Bei einem Hochzeitsredner oder Trauerredner sehe ich das jedoch anders.


Denn hier geht es nicht um eine beliebige Dienstleistung. Ein Trauerredner begleitet Menschen in einer Ausnahmesituation. Ein Hochzeitsredner bekommt intime Einblicke in die Geschichte eines Paares und trägt Verantwortung dafür, einen der wichtigsten Momente ihres Lebens sprachlich zu gestalten.


Wer diese Aufgabe übernimmt, sollte sie nicht wie ein beliebiges Hobby oder Nebenverdienst behandeln.


Natürlich kann ein Mensch nebenberuflich ein hervorragender Redner sein. Die Anzahl der Berufsstunden allein sagt nichts über Qualität aus. Entscheidend ist das tatsächliche Können. Aber genau deshalb sollte die Einstiegshürde nicht künstlich so niedrig gesetzt werden, dass ein Zertifikat nach wenigen Tagen oder Wochen genügt, um sich als professioneller Redner zu positionieren.


Denn eine Rednerschule, die immer neue Teilnehmer ausbildet, verdient an der Ausbildung – unabhängig davon, ob diese Menschen anschließend genügend Aufträge bekommen, um dauerhaft von ihrer Tätigkeit leben zu können.


Und genau hier entsteht ein Interessenkonflikt, den man zumindest hinterfragen darf:


Braucht der Markt wirklich immer mehr Redner – oder braucht er mehr wirklich gute Redner?


Das ist für mich ein entscheidender Unterschied.


Eine verantwortungsvolle Rednerschule sollte deshalb nicht nur vermitteln, wie man Redner wird, sondern auch ehrlich darüber sprechen, wie anspruchsvoll dieser Beruf ist, welche Fähigkeiten tatsächlich erforderlich sind und wie realistisch die wirtschaftlichen Perspektiven für Neueinsteiger sind.


Sie sollte nicht möglichst viele Menschen in den Markt bringen.

Sie sollte dazu beitragen, gute Redner hervorzubringen.


Denn Masse ist noch keine Qualität.


Und wenn aus einem anspruchsvollen Kommunikationsberuf zunehmend ein Markt wird, in dem Menschen nach einem kurzen Kurs ein Zertifikat erhalten, ein paar Vorlagen mitnehmen und anschließend selbst andere Menschen ausbilden, entsteht irgendwann ein geschlossenes System:


Redner bilden Redner aus, die wiederum Redner ausbilden – während die eigentliche Berufserfahrung immer weiter in den Hintergrund rückt.


Genau diesen Kreislauf halte ich für gefährlich. Nicht weil neue Redner grundsätzlich unerwünscht wären. Konkurrenz gehört zu jedem freien Markt.


Sondern weil Qualität, Erfahrung und echtes Handwerk nicht beliebig skalierbar sind.


Was gehört zu einer guten Ausbildung zum freien Redner?


Eine seriöse Ausbildung für freie Redner sollte deutlich über das reine Vermitteln von Textaufbau und rhetorischen Grundlagen hinausgehen. Dazu gehören beispielsweise:


  • Aufbau und Dramaturgie einer Rede

  • Rhetorik und sprachliche Gestaltung

  • Gesprächsführung

  • aktives Zuhören

  • Stimme und Körpersprache

  • Umgang mit Lampenfieber

  • Vorbereitung und Recherche

  • Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen

  • Grundlagen der Trauer- und Hochzeitsrede

  • der sensible Umgang mit Emotionen

  • professionelles Auftreten

  • praktische Redeerfahrung

  • Feedback und Reflexion

  • sowie die Fähigkeit, aus persönlichen Gesprächen eine authentische Geschichte zu entwickeln


Und vor allem sollte eine gute Ausbildung eines leisten: Sie sollte Menschen nicht nur beibringen, wie man eine Rede schreibt, sondern wie man ein guter Redner wird.

Das ist ein erheblicher Unterschied.


Wer lediglich lernt, wie eine Einleitung, ein Hauptteil und ein Schluss aufgebaut werden, beherrscht noch lange nicht das Rednerhandwerk.


Ein Redner muss lernen, Menschen zuzuhören. Er muss Fragen stellen können. Er muss erkennen, welche Geschichte erzählt werden sollte und welche nicht. Er muss mit Stille umgehen können, Emotionen aushalten und gleichzeitig die Kontrolle über Sprache, Stimme und Atmosphäre behalten.


Das lässt sich nicht einfach in wenigen Tagen abhaken.


Theorie ist wichtig – aber sie ist nur der Anfang


Natürlich ist theoretisches Wissen wichtig.


Auch ein guter Redner muss wissen, wie Dramaturgie funktioniert, wie Sprache wirkt und wie man eine Rede strukturiert. Eine Weiterbildung kann hierfür wertvolle Grundlagen schaffen.

Aber Theorie allein macht noch keinen guten Redner.


Erst die praktische Anwendung zeigt, ob jemand das Gelernte tatsächlich beherrscht. Wer regelmäßig Gespräche mit Angehörigen und Hochzeitspaaren führt, individuelle Reden schreibt, vor Publikum spricht und anschließend reflektiert, entwickelt mit der Zeit ein ganz anderes Gespür für Sprache, Menschen und Situationen.


Theorie kann den Grundstein legen. Erfahrung macht daraus Handwerk.


IHK-Zertifikat als Qualitätsmerkmal – ja oder nein?


Ein IHK-Zertifikat für Redner kann ein zusätzliches Qualitätsmerkmal sein. Es sollte aber niemals das einzige Entscheidungskriterium sein.


Noch wichtiger ist die Frage, welche Ausbildung tatsächlich hinter dem Zertifikat steht.


Denn „IHK-zertifiziert“ klingt zunächst beeindruckend. Für Kunden ist jedoch entscheidend, welche Inhalte vermittelt wurden, wie umfangreich die Ausbildung war, wie viel Praxis enthalten war und welche Anforderungen tatsächlich erfüllt werden mussten.


Wer einen freien Redner engagiert, sollte sich deshalb nicht nur fragen:

„Hat diese Person ein Zertifikat?“


Sondern vor allem:

„Welche Ausbildung steckt dahinter – und kann diese Person mich und meine Geschichte wirklich verstehen und daraus eine individuelle Rede entwickeln?“


Das ist ein großer Unterschied. Ein Zertifikat kann auf dem Papier gut aussehen. Entscheidend ist jedoch, was ein Redner tatsächlich leisten kann. Ich nehme dafür gerne die Schauspielerei als Vergleich. Im Prinzip kann jeder Schauspieler werden. Es gibt keine staatliche Zulassung, die einem Menschen grundsätzlich verbietet, vor Publikum eine Rolle zu spielen – ganz gleich, ob jemand eine Schauspielschule besucht hat, Talent besitzt oder jahrelange Bühnenerfahrung mitbringt.

Ob wir ihm anschließend gerne beim Spielen zusehen, steht allerdings auf einem anderen Blatt.

Ähnlich ist es bei der Tätigkeit als freier Redner.

Woran erkennt man einen guten Hochzeitsredner?


Bei der Suche nach einem Hochzeitsredner lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Eine gute freie Trauung lebt nicht von möglichst vielen Standardformulierungen. Sie lebt von der Persönlichkeit des Paares.


Ein professioneller Hochzeitsredner sollte deshalb zunächst viele Fragen stellen:

Wie haben sich die beiden kennengelernt? Was verbindet sie? Welche besonderen Momente haben sie gemeinsam erlebt? Was macht ihre Beziehung aus? Welche Menschen spielen eine wichtige Rolle in ihrem Leben?


Aus diesen Antworten entsteht eine individuelle Geschichte. Genau daran lässt sich auch erkennen, ob ein Redner sein Handwerk versteht. Eine Rede, die bei jedem Paar ungefähr gleich klingt, wird durch ein Zertifikat nicht persönlicher.

Und wie sieht es bei Trauerrednern aus?


Noch sensibler ist die Situation bei einer Trauerrede. Angehörige möchten keinen Lebenslauf vorgelesen bekommen. Sie möchten, dass ein Mensch in seiner Persönlichkeit sichtbar wird.


Dafür muss ein Trauerredner zuhören können. Er muss nachfragen, auch zwischen den Zeilen lesen und verstehen, welche Geschichten erzählt werden sollten – und welche vielleicht besser unausgesprochen bleiben.


Eine gute Trauerrede ist deshalb weit mehr als eine Aneinanderreihung biografischer Daten. Sie ist eine persönliche Würdigung.


Und auch hier gilt: Eine Trauerredner-Ausbildung kann Wissen vermitteln. Empathie, Lebenserfahrung und die Fähigkeit, Menschen wirklich zu begegnen, lassen sich jedoch nicht einfach in einem Zertifikat bescheinigen.


Gerade deshalb sollte eine Ausbildung für Trauerredner auch den Umgang mit Trauer, Angehörigen und emotionalen Situationen ernst nehmen – und nicht bei ein paar theoretischen Grundlagen enden.

Warum standardisierte Reden problematisch sind


Ein wachsendes Problem in der Branche sind standardisierte Redevorlagen. Sie versprechen schnelle Ergebnisse: ein paar Informationen sammeln, Textbausteine einsetzen, Rede schreiben – fertig.


Doch genau das widerspricht dem Anspruch einer persönlichen Rede.

Ob Hochzeit oder Abschied: Menschen sind keine Schablonen.


Eine Rede sollte deshalb nicht danach klingen, als wäre sie für irgendeine Hochzeit oder irgendeine Trauerfeier geschrieben worden. Sie sollte so individuell sein, dass die Zuhörer denken:


„Das ist genau dieser Mensch. Genau diese Familie. Genau dieses Paar.“


Das ist die eigentliche Herausforderung des Rednerberufs. Und genau deshalb ist es problematisch, wenn eine kurze Ausbildung suggeriert, man könne nach wenigen Tagen bereits das komplette Handwerkszeug eines professionellen Redners beherrschen.


Kann KI das Schreiben einer Redne übernehmen?


Auch künstliche Intelligenz verändert die Branche. KI kann Texte formulieren, Strukturen entwickeln und sprachliche Vorschläge machen. Sie kann dabei ein hilfreiches Werkzeug sein.


Aber eine persönliche Rede entsteht nicht allein aus gut formulierten Sätzen.

Sie entsteht durch Begegnung.


Ein Redner muss zuhören, beobachten, nachfragen, Zusammenhänge erkennen und manchmal auch spüren, was ein Mensch gerade nicht ausspricht.

KI kann beim Schreiben unterstützen. Sie kennt aber nicht automatisch den Menschen, dessen Leben erzählt werden soll.


Und genau wie ein Zertifikat ersetzt auch ein KI-generierter Text nicht die Kompetenz desjenigen, der daraus eine Rede macht.


Gute Reden entstehen nicht nur durch gute Texte. Sie entstehen durch echtes Verständnis.


Was sollte bei der Auswahl eines Redners wichtiger sein als ein Zertifikat?


Wer einen freien Redner für eine Hochzeit oder Trauerfeier sucht, sollte sich deshalb ein möglichst umfassendes Bild machen.


Hilfreiche Fragen sind zum Beispiel:


  1. Wie lange arbeitet der Redner bereits in diesem Beruf?

  2. Wie viele Trauungen oder Trauerfeiern hat er bereits begleitet?

  3. Welche Ausbildung oder Weiterbildung hat der Redner tatsächlich absolviert?

  4. Wie umfangreich und praxisorientiert war diese Ausbildung?

  5. Wie individuell werden die Reden geschrieben?

  6. Wie läuft das persönliche Vorgespräch ab?

  7. Nimmt sich der Redner ausreichend Zeit zum Zuhören?

  8. Gibt es echte Hörproben oder Beispiele eigener Reden?

  9. Wie geht der Redner mit emotionalen oder schwierigen Situationen um?

  10. Passt die Persönlichkeit des Redners zu mir beziehungsweise zu uns?


Das Zertifikat darf also durchaus eine Rolle spielen.

Es sollte aber eine Information unter mehreren sein – nicht der entscheidende Beweis für Qualität.


Viel wichtiger ist die Frage:

Was kann dieser Mensch tatsächlich?


Fazit: Ein IHK-Zertifikat ist kein Muss – Können schon


Sollte ein Redner ein IHK-Zertifikat haben?

Es kann ein Pluspunkt sein. Eine fundierte Weiterbildung zeigt, dass sich jemand mit seinem Beruf auseinandergesetzt und in die eigene Entwicklung investiert hat.

Aber ein IHK-Zertifikat allein macht noch keinen guten freien Redner.


Und auch ein IHK-Zertifikat sollte nicht darüber hinwegtäuschen, wenn dahinter lediglich ein sehr kurzer Lehrgang steht. Ein 5-Tage-Crashkurs oder ein vierwöchiger Online-Kurs kann Wissen vermitteln und einen Einstieg ermöglichen. Er ersetzt jedoch keine umfassende Ausbildung, jahrelange Erfahrung und die kontinuierliche Entwicklung des eigenen Handwerks.

Gleichzeitig gilt: Nicht jeder gute Redner braucht zwingend eine klassische Rednerausbildung. Wer beispielsweise aus dem Journalismus, der PR, der Kommunikationswissenschaft, Germanistik, Philosophie oder der Schauspielerei kommt und bereits über viele Jahre professionell mit Sprache, Kommunikation und anspruchsvollen Inhalten gearbeitet hat, bringt möglicherweise wesentliche Grundlagen des Rednerhandwerks schon mit.


Eine gezielte Zusatzausbildung kann dann genau das leisten, was eine gute Weiterbildung leisten sollte: Sie baut auf vorhandenen Kompetenzen auf, ergänzt sie um das spezielle Handwerkszeug für freie Trauungen und Trauerfeiern und führt idealerweise zu mehr praktischer Sicherheit.


Wer eine Hochzeitsrede, freie Trauung oder Trauerrede in professionelle Hände geben möchte, sollte deshalb nicht nur auf Zertifikate schauen. Entscheidend sind Persönlichkeit, Erfahrung, Sprachgefühl, Empathie, rhetorisches Können und die Fähigkeit, aus echten Begegnungen eine individuelle Geschichte entstehen zu lassen.


Denn am Ende zählt nicht, was auf einem Zertifikat steht.


Am Ende zählt, was bei den Menschen ankommt. Mehr darüber, wie ich eine freie Rede schreibe: [Meine Arbeitsweise als freie Rednerin→]

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Freie Rednerin DE/EN
Dipl.-Kommunkationswirtin WAK

TEFL-Certificate St. Giles College, San Fransisco

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Moin, ich bin Anna von Ankerherzen, freie Traurednerin
und Trauerrednerin in Hamburg und Schleswig-Holstein.

 

Ich bin für euch da, wenn ihr euch keine Inszenierung, sondern eine authentische Zeremonie wünscht, euch in Standardreden nicht wiederfindet, und euch Sprache und Atmosphäre genauso wichtig sind wie der Moment selbst.

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